Vitamin D3 Mangel – Symptome, Vorbeugung und Therapie

Ein Mangel an Vitamin D kommt häufiger vor als die meisten Menschen vermuten. Allein in Deutschland leiden 85 % an einem wenig bis schwer ausgeprägten Mangel. Besonders gefährdet sind hierbei Säuglinge, immunschwache Personen, Menschen mit dunkler Hautpigmentierung, stillende Frauen und Schwangere. Darüber hinaus leiden auch vermehrt Personen an einem Defizit, die sich meistens in geschlossenen Räumen aufhalten oder sich vegan ernähren. Ein Vitamin D Mangel kann zu zahlreichen Symptomen führen und auch das Risiko für chronische Erkrankungen steigt immens. Wie ein Defizit erkannt werden kann, welche Krankheitsanzeichen typisch sind und wie bzw. warum ein Mangel behoben werden sollte, wird nachfolgend erläutert.

Wofür braucht der menschliche Körper Vitamin D?

Vitamin D3 ist der wichtigste Bestandteil des Vitamin D und wird auch als Sonnenvitamin bezeichnet. Dieses Vitamin ist an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt und ist deshalb auch so wichtig. Besonders relevant ist es für folgende Körperfunktionen:

  • Starke Knochen: Das Sonnenvitamin ist besonders für den Knochenaufbau wichtig. Vitamin D ist wesentlich an der Regulierung des Kalzium-Spiegels im Blut beteiligt. Kalzium wiederum ist wesentlich für einen starken Knochenaufbau. Wer also ausreichend mit Vitamin D versorgt ist, hat auch ein geringeres Risiko an Osteoporose zu erkranken bzw. einen Knochenabbau zu riskieren.
  • Glückshormone: Vitamin D ist auch an der Hormonproduktion beteiligt. Ist die Versorgung ausreichend, so werden Glückshormone wie beispielsweise das Serotonin produziert. Personen, die beispielsweise an der sogenannten Winterdepression leiden, sollten daher unbedingt ihren Vitamin D Spiegel bestimmten lassen, denn oftmals steckt nur ein Defizit des Sonnenvitamins hinter der schlechten Laune.
  • Libido: Nicht nur Glückshormone werden vom Vitamin D gebildet, sondern auch Sexualhormone wie beispielsweise das Testosteron. Damit die schönste Nebensache der Welt auch weiterhin viel Spaß macht, sollte darauf geachtet werden mit ausreichend Vitamin D versorgt zu sein.
  • Starkes Immunsystem: Vitamin D ist auch am Immunsystem beteiligt. Es sorgt dafür, dass der Körper Immunzellen produzieren kann. Bei einer optimalen Versorgung hat das Immunsystem genügend Stärke um sämtliche Krankheiten abwehren zu können.

Was sind die typischen Symptome eines Vitamin D Mangels?

In den Wintermonaten kommt es häufig vor, dass Menschen an einem moderaten Vitamin D Mangel leiden. Ein Defizit äußert sich grundsätzlich durch eher unspezifische Krankheitsanzeichen und oftmals wird ein Mangel durch einen Zufallsbefund festgestellt. Unter anderem kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • schlechte Wundheilung
  • erhöhte Anfälligkeit für Infekte
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • schlechte Stimmung
  • Leistungsabfall und verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • Schlafstörungen
  • Knochen- und Rückenschmerzen

Diese und weitere Symptome lassen sich auf die diversen Funktionen des Vitamins im menschlichen Körper zurückführen. In einem fortgeschrittenen Stadium eines Mangels kann es unter anderem dazu führen, dass die Gefahr von Brüchen erhöht ist und ein Defizit sogar zu einer Rachitis oder Knochenschwund führen kann. Auch das Auftreten von Muskelkrämpfen kann ein Anzeichen für einen Mangel sein. Darüber hinaus können davon auch Gehirnvorgänge beeinträchtigt sein. Zudem können auch Depressionen und Nervenschmerzen eine Folge einer Unterversorgung mit Vitamin D sein. Zu guter Letzt kann ein erheblicher Mangel auch das Immunsystem anfälliger für Krankheiten machen und der Kreislauf kann beeinträchtigt werden.

Ursachen für einen Vitamin D Mangel

Je nach Alter kann eine Unterversorgung mit dem Sonnenvitamin verschiedene Ursachen haben. Die Hauptursache liegt jedoch meistens an der mangelnden Sonnenintensität. Folgende Faktoren können darüber hinaus einen Nährstoffmangel verursachen:

  • Werden Säuglinge gestillt, deren Mutter sich unzureichend mit Nahrungsmitteln ernährt, die die Vorstufe des Vitamin D enthalten, erleiden diese oftmals einen Mangel, der behandelt werden muss.
  • Menschen aller Altersgruppen, die mit wenig oder gar keinem Sonnenlicht in Berührung kommen, da diese beispielsweise selten das Haus verlassen oder die Luftverschmutzung so hoch ist, dass keine Sonnenstrahlen durchkommen, haben ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung.
  • Auch Säuglinge deren Milchnahrung selbst hergestellt wird, ohne dass Vitamin D beigesetzt wird, leiden auch häufig an einem Vitamin D Mangel.
  • Sonnenschutzmittel schotten die Haut vor UV-Strahlen ab, dadurch kann es bei einem übermäßigen Gebrauch von Sonnencremes zu einem Mangel kommen, da die UV-Strahlen maßgeblich an der Produktion des Sonnenvitamins beteiligt sind.
  • Bei bestimmten Erkrankungen der Leber oder der Niere, kann die Umwandlung der Vorstufe in richtiges Vitamin D behindert werden, sodass es in weiter Folge ohne eine Supplementierung zu einem immensen Mangel kommen kann.

Wie wird ein Mangel festgestellt?

Ob ein Mangel vorliegt oder nicht, kann nur mit der Hilfe einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Für den Vitamin D Status ist die Serumkonzentration des 25-hydroxy-Vitamin-D ausschlaggebend. Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat hierfür folgende Grenzwerte definiert:

  • optimale Versorgung: über 30 ng/ml
  • ausreichende Versorgung: 20 bis 29 ng/ml
  • moderater Mangel: 10 bis 19 ng/ml
  • schwerer Mangel: unter 10 ng/ml
  • Obergrenze: bis 100 ng/ml
  • toxisch (schädlich): Werte über 150 ng/ml

Zu welchen Spätfolgen kann es durch einen andauernden Vitamin D Mangel kommen?

Besteht eine Unterversorgung mit Vitamin D über Jahre hinweg, so können sich neben den zahlreichen Symptomen auch etwaige Krankheiten entwickeln. Wichtig ist zu wissen, dass ein Defizit nicht nur zu diversen Erkrankungen führen kann, sondern auch den Krankheitsverlauf verschlimmern kann. Das führt allerdings auch zu der Erkenntnis, dass eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D bei einigen Krankheiten den Verlauf begünstigen kann. Beispielsweise kann eine ausreichende Versorgung des Sonnenvitamins bei Vorliegen der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa dazu führen, dass weitere Schübe verhindert werden. Bei Neurodermitis kann Vitamin D das Hautbild merklich verbessern und sogar bei Diabetes wirkt sich das Sonnenvitamin positiv aus, indem es das Risiko für Übergewicht mindert.

Wird ein erheblicher Mangel nicht behoben, kann es zu schwerwiegenden Spätfolgen kommen, die neben dem Nervensystem sogar das Erbgut betreffen kann. Unter anderem kann ein Defizit Krankheiten wie Diabetes mellitus, Demenz, grippale Infekte, Asthma und Bluthochdruck hervorbringen. Wissenschaftler behaupten auch, dass der Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs und einem Vitamin D Mangel immer deutlicher wird.

Wie sollte ein Vitamin D Mangel behoben werden?

Einige Ärzte und viele Patienten glauben, dass sich ein Mangel ausschließlich über die Ernährung beheben lassen kann. Leider ist diese Annahme nicht ganz richtig. Das Sonnenvitamin ist zwar in fetthaltigem Fisch enthalten und wird oftmals bei Milchprodukten angereichert, doch die Dosis ist verschwindend gering.

Eine günstige und sichere Methode den Bedarf zu decken sind Vitamin D Präparate. Die altersabhängige Tagesdosis ist veraltet und viel zu gering um einen Mangel vorzubeugen. Neue Studien zeigen, dass es notwendig ist, mehr als 30 ng/ml an Vitamin D täglich zu sich zu nehmen um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Die empfohlene Tagesdosis ist jedoch vor allem für bestimmte Risikogruppen zu gering. Auch Ärzte zögern höhere Dosen zu verschreiben, was einen Mangel kontinuierlich verschlimmern kann.

Behoben werden sollte ein Mangel mit einer erhöhten Dosis in der Anfangstherapie und einer niedrigeren Dosis als Erhaltungstherapie. Die Anfangsphase sollte hierbei zwischen 4 und 8 Wochen andauern. Besonders empfehlenswert ist die Einnahme von Vitamin D Kapseln. Im Gegensatz zu Tabletten haben diese den Vorteil, dass Kapseln nahezu ohne Zusatzstoffe auskommen, da die beim Pressen von Tabletten notwendigen Trenn- und Bindemittel nicht benötigt werden. Damit der Körper überhaupt Vitamin D aufnehmen kann, ist Fett bzw. Öl als Transportmittel notwendig. Kapseln enthalten natürliche Öle, die eine optimale Versorgung garantieren. Darüber hinaus können diese, im Gegensatz zu Tropfen, auch einfach unterwegs eingenommen werden.

Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um einem Mangel vorzubeugen?

Die Symptome, die mit einem Mangel einhergehen, sind vielfältig und zum Teil auch schwerwiegend. Besser ist es einem Defizit so gut es geht vorzubeugen. Im Sommer ist es ausreichend sich täglich ein Sonnenbad zwischen 20 bis 40 Minuten zu gönnen.

Ab etwa Oktober bis April reicht die Sonne jedoch im nördlichen Europa nicht aus, um einem Mangel mithilfe der Sonne vorzubeugen. Ernährungswissenschaftler und Ärzte raten deshalb dazu, in dieser Zeit, Vitamin D Präparate einzunehmen. Auch Menschen, die sich während der Sommermonate zu wenig Sonne gönnen, sollten bereits in dieser Zeit das Sonnenvitamin durch Kapseln supplementieren.

Fazit

Eine Vitamin D Therapie mit Kapseln kann einen Mangel schnell und effektiv beseitigen. Zudem ist es auch eine kostengünstige Variante, um zahlreichen schwerwiegenden Erkrankungen vorzubeugen. Wichtig ist es jedoch in jedem Fall zuvor seinen Vitamin D Status beim Arzt bestimmen zu lassen, damit auch die Dosierung stimmt, da die Folgen eines Defizits sehr ernst zu nehmen sind.

Menü